Vereinte Nationen stufen Cannabis nicht mehr unter gefährlichsten Drogen ein

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In einer historischen Entscheidung der UN-Suchtstoffkommission wird Cannabis in seiner Gefährlichkeit neu eingestuft – sie folgt damit der WHO

Cannabis und Haschisch: Sie galten jahrelang als überaus gefährlich, als erster Schritt in die Drogensucht. Das wird sich durch eine Entscheidung der Suchtstoffkommission der Vereinten Nationen nun ändern. Bei einer Abstimmung sprachen sich 27 der Mitglieder dafür aus, diese Substanzen von der Liste der gefährlichen Drogen zu streichen. Es gab insgesamt 25 Gegenstimmen, ein Mitglied enthielt sich der Stimme.

Die Entscheidung wird als bahnbrechend eingestuft. Sie bezieht sich auf die UN-Drogenkonvention aus dem Jahre 1961, die ins Leben gerufen wurde, um der Staatengemeinschaft Orientierung in der Einschätzung um die Gefährlichkeit von Substanzen zu geben.

Immer noch Suchtmittel

Das bedeutet: Cannabis ist ab sofort nicht mehr in der Kategorie IV und in seiner Gefährlichkeit gleichgestellt mit Substanzen wie Heroin oder Fentanyl. Damit folgte die UN-Suchtstoffkommission den Empfehlungen der WHO. Das bedeutet jedoch nicht, dass Cannabis fortan als harmlos zu bezeichnen wäre. Das Rauschmittel wird lediglich in einer anderen Kategorie geführt.

Was dieser Schritt der UN-Suchtmittelkommission auch bedeutet: “Die Tür ist geöffnet für eine Anerkennung des medizinischen und therapeutischen Potenzials der verbreitet konsumierten, aber großteils noch illegalen Freizeitdroge”, hieß es auf der UN-Nachrichtenseite.

Medizinische Nutzung

Die Entscheidung ist auch eine gute Nachricht für Hanfproduzenten, die sich auf medizinisch genutztes Cannabidiol als Schmerzmittel spezialisiert haben. Unter anderem Kanada und Uruguay erlauben den Verkauf und die Nutzung von Cannabis und Marihuana auch über den medizinischen Bereich hinaus. In vielen anderen Staaten wird der Besitz nicht oder kaum noch strafrechtlich verfolgt.

Somit hat sich zu dem Thema nun einiges getan: Noch vor wenigen Wochen hatte die EU-Kommission bekanntgegeben, dass sie Cannabidiol vorläufig als Suchtstoff ansehe, denn CBD-Extrakt aus den Blüten- und Fruchtständen der Cannabispflanze sei laut der Suchtgiftkonvention der Uno als Narkotikum einzustufen und könne daher nicht als Lebensmittel klassifiziert werden.

Wann es zu einer endgültigen Entscheidung über die Einstufung kommt, bleibt unklar, die EU-Kommission arbeite jedoch daran, hatte es geheißen. Laut der Plattform Zukunft Hanf Österreich wurde 2019 in Österreich auf rund 2.000 Hektar Nutzhanf aus dem EU-Sortenkatalog angebaut. Im vergangenen Jahr wurde damit demnach ein Umsatz von 68,77 Millionen Euro erwirtschaftet.

Source- derstandard.at